2.
Wir wollen
neue Gemeindeformate („Ekklesien“) auf den Weg bringen,
anstatt uns in charismatische Frömmigkeitszirkel zurückzuziehen.

„Wo zwei oder drei...“ (Mt. 18, 20) Die Voraussetzungen für Jesu Gegenwart sind nicht kompliziert – es braucht dafür keine Sakramente, keine Amtshandlungen, keine Eucharistie oder Monstranz! Katholiken müssen das neu entdecken – und ihr Profil dafür gar nicht aufgeben.

  1. Fangt mit Klein(st)gruppen an (Geistl. Zellen). Lernt die einfache Methode des [Bibelteilens]. Startet mit dem Galaterbrief oder dem Matthäusevangelium. Dafür braucht man kein Theologiestudium – es reicht, die Leitungsverantwortung erst einmal organisatorisch wahrzunehmen. Benennt eine/n Copiloten/in, falls die Leitung einmal ausfällt.
  2. Aus dem Bibelteilen entsteht freies, lautes Gebet. Das lernt man dabei „automatisch“. Benutzt die ganze Bandbreite des Betens: danken, loben und preisen, bitten, klagen, anbeten (auch Sprachengebet), stille sein. Singen sollte ebenfalls seinen Platz haben.
  3. Findet heraus, welche Charismen in der Gruppe zusammenkommen. Gemeindearbeit soll und muss in Zukunft visionär und charismenorientiert ausgerichtet sein („was können unsere Leute?“) und nicht mehr bedürfnisorientiert nach dem Gießkannenprinzip („welche Leute braucht unser Konzept? – Wir finden keine.“) Sucht lokalen Kontakt mit einer der „neuen geistlichen Bewegungen“, die konstruktive, transparente und offene Ziele für die Kirche der Zukunft haben. Findet heraus, ob Ihr nicht bei der Dekanats-/Kirchenkreis- oder Bistums-/Sprengel-Leitung (Pastoralabteilung) „offene Türen einrennt“. Sammelt Ideen, wie die neue Gruppe auch für junge Leute anziehend sein kann. „Charismatisch“ heißt nicht Pflege bestimmter Frömmigkeitsformen (die durchaus eine Hilfe sein können), sondern Analyse und Förderung der Begabungen und Kompetenzen eines und einer jeden Beteiligten. Das ist eine Revolution im Gemeindeverständnis, welche alle kath. Bischöfe Deutschlands 2015 in ihrer Verlautbarung [„Gemeinsam Kirche Sein“] unterschrieben haben.
Es geht also nicht darum, einfach (noch) eine neue Initiative innerhalb einer kirchl. Struktur ins Leben zu rufen (Bewegung in der Kirche), sondern es geht um nicht mehr und nicht weniger darum, „Kirche in Bewegung“ zu setzen, und zwar zum Wohl der sie umgebenden Gesellschaft. Eine Gemeinde oder eine christliche Gruppe findet ihre Berufung in der persönlichen Hinkehr (Bekehrung) zur „Mitte der Evangelisierung und jedes Bemühens um kirchliche Erneuerung“ (EG 164), und das ist Jesus Christus selbst, der Herr der Kirche, der lebendig zu uns spricht in den Worten der Bibel, wenn wir uns versammeln.